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Mit Freunden gründen – Kann das gut gehen?

© b2blog.de | veröffentlicht: Dienstag, 19. April 2016

Eiscreme-Hippies stehen hoch im Kurs


Man wird ja eher davor gewarnt, sich geschäftlich mit Freunden einzulassen. Für uns war es aber immer hilfreich. So haben wir viele Krisen überstanden, keiner wollte den anderen enttäuschen.“ Jerry Greenfield

Ben Cohen und Jerry Greenfield lernten sich in der Schule kennen. Beide kamen im Sportunterricht nicht so richtig mit und sowas schweißt bekanntlich zusammen– so begann eine innige Freundschaft. Nichts, was die zwei in ihren Zwanzigern angepackt haben, hat funktioniert. Während ihre Altersgenossen erfolgreiche Jobs bekamen, haben die beiden sich vergebens an der Töpferei und einem Medizinstudium versucht.

Das Duo ist sogar eine Zeit lang in New York zusammengezogen und hat mit dem Gedanken gespielt, ein Restaurant zu eröffnen. Diese Idee landete allerdings ebenfalls fix im Müllkorb und in den folgenden Monaten haben die beiden dann mit den Gedanken gespielt, entweder einen Bagel-Shop oder eine Eisdiele zu eröffnen. Letzteres hat dann tatsächlich Zustimmung gefunden, weil die Startup Kosten sehr gering waren. Zuerst haben beide Eis zu Hause hergestellt, bis sie eine alte Tankstelle gekauft und renoviert haben: die allererste Ben und Jerry’s Eisdiele.

Aber aller Anfang ist schwer und die Freunde haben in den ersten drei Jahren kaum Geld mit ihrer Eiscreme gemacht. Ihre Partnerschaft hat es jedoch geschafft, aus einer Eisdiele eine globale Marke zu machen, die im Jahr 2000 für 326 Millionen US-Dollar an den Konzern Unilever verkauft wurde.

Ben und Jerry sind ein klassisches Beispiel von zwei Freunden, die zusammen eine Firma gründeten, an ihrer Vision festgehalten haben und damit noch immer auf Erfolgskurs sind. Freunden wird oft dazu geraten ihre Beziehung nicht professionell werden zu lassen – das ist aber keine Faustregel. Es ist selbstverständlich, dass Geschäftspartner eine gemeinsame Vision, einen Plan und Engagement für das Projekt haben sollten. Cohen und Greenfield, sind aber nicht die einzigen Freunde, die zusammen die Geschäftswelt erobert haben.


Die Geschichte von Superdry


Superdry: eine der Marken mit dem gröβten Wiedererkennungswert in der Welt der Mode, mit sehr hoher visueller Präsenz - nicht nur mit ihren 139 Stores in Groβbritannien, sondern auf der ganzen Welt. Superdry besitzt mittlerweile 515 Markenstandorte in 46 Ländern und der Onlinehandel des Unternehmens beliefert fast 190 Länder. Superdry ist ein globales Phänomen und doch gleichzeitig ein bodenständiges Unternehmen, denn seine Wurzeln sind noch immer tief verankert in der Stadt, in der es gegründet wurde. Superdrys Hauptsitz befindet sich in Cheltenham, wo Julian Dunkerton seinen allerersten Laden eröffnete – oder, um genau zu sein, einen Stand in einer überdachten Markthalle

Cult Clothing – wie Superdry ursprünglich hieß - wurde 1985 gegründet und weitete sich schnell auf andere Universitätsstädte aus, unter anderem Oxford, Birmingham und Edinburgh. Die Läden führten Klamotten der Marke Bench bis James Holder, der Gründer und Designer hinter Bench sich im Jahre 2003 mit Dunkerton zusammenschloss, um Superdry zu erschaffen. Als in erster Linie Freunde und nun auch Geschäftspartner haben Dunkerton und Holder die Klamottenmarke in die oberste Riege der Modeindustrie katapultiert. "Vor 10 Jahren begann alles mit einem T-Shirt. So war es.", berichtet Dunkerton dem Telegraph 2013.

Das Duo hat in den letzten 13 Jahren eng zusammengearbeitet und ein offensichtlich starkes Band und Verständnis aufgebaut. "Mit Jules und mir ist es fast so, als wären wir bei der Geburt getrennt worden", so Holder. "Wir können in getrennten Räumen sein und sehen dennoch genau dieselben Dinge, haben dasselbe Bauchgefühl und den gleichen Ansatz. Wir wissen genau, welche Gewinnmarge wir setzen müssen und wie wir jedes Produkt für den entsprechenden Preis perfektionieren."
"Vom ersten Tag an, als wir gerade einmal fünf T-Shirts und zehn Polo Shirts unsere Kollektion nannten, hatten wir dieselbe Vision. Sobald wir ein Produkt kreiert haben, denken wir ans nächste. Manchmal sitzen wir sogar in einem Designmeeting und verbringen 15 Minuten nur damit, den Namen für eine Farbe zu finden."

"Wir designen für normale Leute.", fügte Julian hinzu. "Das ist entscheidend. Wir möchten Produkte entwerfen, die selbst Leute in Einkaufsstraßen kleiner Städte auf der ganzen Welt kaufen wollen."

 

Drei ist nicht immer einer zu viel – wie Innocent die Gesundheitsdrinkindustrie veränderte


Innocent Drinks wirkt manchmal wie eine dieser Firmen, die nur dafür gegründet wurde, um Leuten ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Es ist eine verspielte Marke, die sich selbst nicht allzu ernst nimmt – verbringen Sie ein paar Minuten auf der Webseite; es ist unmöglich nicht von dem Ton und selbstironischen Humor entzückt und amüsiert zu werden. Auf der ernsthafteren Seite wurde das Unternehmen 2013, kurz nachdem Coca-Cola den Aktienbesitz seiner drei Gründer kaufte, auf ungefähr £320 Millionen Pfund geschätzt. Die Gründer sind allerdings noch immer Minderheitsaktionäre und halten einen Sitz als Vorstandsmitglieder inne. 

Diese drei Gründer sind Richard Reed, Adam Balon und Jon Wright, die sich in den 90ern an der Universität von Cambridge kennengelernt hatten. Das Konzept für das gesunde Drinks Imperium wurde 1998 geboren. "Wir waren drei 26-Jährige WG-Mitbewohner, arbeiteten in London und wollten immer ein Unternehmen zusammen gründen und versuchten immer Ideen zu entwickeln", erinnert sich Reed. "Wir tranken immer zu viel Bier und aβen zu viel Pizza und dachten wir lösten das Rätsel gesunder Ernährung – jeder kennt die Vorzüge, aber die moderne Lebensweise hat sich dagegen verschworen."

Das Trio gab 500 Pfund für Obst aus – sie hatten ein Smoothierezept aus Orange, Banane und Ananas kreiert – und mieteten sich einen Stand auf einem Jazz Festival in Londons Parsons Green Bezirk. Sie hatten es einfach im Gefühl, dass dies der Probelauf für etwas Gröβeres werden sollte und holten auf sehr unkonventionelle Art Meinungen ein. Sie fragten ihre Kunden, ob sie ihre Jobs kündigen sollten, um sich auf die Unternehmensgründung zu konzentrieren und stellten zwei Mülleimer neben den Stand, einen mit der groβen Aufschrift 'Ja' und einen mit 'Nein'. Leute sollten mit ihren leeren Bechern wählen und am Ende des Festivals war das Ergebnis eindeutig: Der 'Ja'-Eimer war voll. 
"Wir waren uns noch immer nicht sicher", so Reed. "Also gingen wir zurück nach Hause und warfen eine Münze und drei Mal hintereinander sprach sie für dasselbe. Also gingen wir alle am Montag in die Arbeit und kündigten."

Der nächste Schritt war alles andere als unkompliziert. Die Gruppe schrieb und überarbeitet ihren Businessplan elf Mal und erhielten mehrfach Absagen von potentiellen Investoren. Schlieβlich, kurz bevor sie ihre Pläne über Bord warfen, versendeten sie eine E-Mail an „geradezu jeden den wir kannten“ und baten um finanzielle Unterstützung von… nun, von so ziemlich jedem, der Bargeld zur Verfügung hatte. Der amerikanische Geschäftsmann Maurice Pinto investierte schließlich 250.000 Pfund und plötzlich gewann Innocent an Boden.

Das waren bei Weitem nicht alle Beispiele. Sergey Brin war der Guide von Larry Page auf einer Campustour an der Universität von Stanford – später arbeiteten sie gemeinsam an einer wissenschaftlichen Ausarbeitung, die den Boden für die Schaffung von Google bereitete.  Steve Jobs und Steve Wozniak freundeten sich 1970 während eines Sommerjobs an und gründeten sechs Jahre später Apple. Gates und Paul Allen, das Duo hinter Microsoft, sind Kindheitsfreunde. Also warum nicht Angenehmes, wie eine Freundschaft, mit dem Nützlichen verbinden? Es muss nicht immer schiefgehen.
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