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Abmahnungen im E-Commerce: Oft ein Risiko mit erheblicher Reichweite

© b2blog.de | veröffentlicht: Mittwoch, 17. Mai 2017

Der Online-Handel gilt unter Gründern und Unternehmern nicht gerade als besonders gefährlicher Geschäftsbereich. Hier trifft man in der Regel auf stabile Märkte mit langfristiger Perspektive, auf jährlich wachsende Umsatzpotentiale und auf sehr interessierte Verbraucher. Diese Faktoren bieten dem E-Commerce eine langfristige Perspektive und gute Aussichten.

Es gibt aber auch in diesem Geschäftsfeld kritische Bereiche und Risiken. Hierzu zählen in jedem Fall kostspielige Abmahnungen, die Sie schneller erhalten können, als Sie jetzt denken. Wie man sich wirksam gegen Abmahnungen schützt und was zu tun ist, wenn man doch einmal eine solche Unterlassungsaufforderung erhält, das erfahren Sie im Folgenden.


Viele kleine Verstöße können zu Abmahnungen führen


Abmahnungen sind mehr oder weniger das Damoklesschwert, das über jedem Online-Händler schwebt. Bereits kleinste Verstöße können ausreichen, um Ihnen eine der gefürchteten und vor allem teuren Unterlassungsaufforderungen ins Haus flattern zu lassen. Bei einer Abmahnung handelt es sich um die kostenbewehrte Aufforderung, ein bestimmtes Verhalten zu unterlassen, das entweder gegen geltendes Recht verstößt oder doch zumindest die Rechte eines Dritten beeinträchtigt. Dabei darf Ihnen noch lange nicht jeder eine Abmahnung zukommen lassen. Dies bleibt Ihren unmittelbaren Konkurrenten, bestimmten Berufsverbänden und speziellen berechtigten Stellen vorbehalten. Dabei stellt eine Abmahnung allerdings nicht nur eine freundliche Aufforderung dar, das betreffende Verhalten zu unterlassen. Der unangenehme Brief ist nämlich zusätzlich mit einer Kostennote verbunden, deren Höhe erheblich sein kann. Stellen Sie sich einmal vor, wie es sich auf Ihre wirtschaftliche Lage auswirken würde, wenn Sie innerhalb von kurzer Zeit mehrere Abmahnungen erhalten würden, für die Sie jeweils einige tausend Euro zu zahlen hätten. Wie schnell würde Ihnen finanziell betrachtet die Luft ausgehen?

Es gilt also in jedem Fall, das Risiko von Abmahnungen so gering wie nur möglich zu halten, wenn Sie Ihr Unternehmen nicht in ernsthafte Gefahr bringen wollen. Der größte Fehler dürfte hierbei eindeutig darin bestehen, die Konsequenzen von Abmahnungen zu unterschätzen. In der E-Commerce Branche geschieht es immer wieder, dass vor allem junge und eher unerfahrene Unternehmer ihre Betriebe infolge von zu vielen Abmahnungen letztlich schließen müssen, weil Sie sich die hohen Kosten einfach nicht mehr leisten können. Ursache ist hier übrigens meist die Unkenntnis der Betroffenen. Dabei ist das juristische Wissen, das man benötigt, um das Risiko von Abmahnungen deutlich zu begrenzen, überschaubar und kann von jedem, der sich ernsthaft bemüht, beherrscht werden.

 

Konsequenz ist Pflicht: So schützen Sie sich wirksam gegen Abmahnungen

Wenn es um das Thema Abmahnungen geht, dann ist Vorsorge die beste von allen Strategien. Lassen Sie es gar nicht erst soweit kommen und vermeiden Sie im Shop konsequent jedes Verhalten, das zu einer Abmahnung führen könnte. Um dies zu bewerkstelligen, müssen Sie sich einmal vor Augen führen, welche Rechtsbereiche im E-Commerce am häufigsten zu Abmahnungen führen.

Beginnen wir bei dieser Betrachtung mit dem Verbraucherschutz. Im Rahmen der europäischen Harmonisierung hat der Gesetzgeber in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Regeln festgelegt, die dem Konsumenten  dazu verhelfen sollen, dass seine Rechte in der gesamten EU umfassend geschützt werden. Die wichtigsten Bestimmungen in diesem Zusammenhang finden Sie in der Verbraucherrechterichtlinie. Verstoßen Sie als Shop-Betreiber gegen eine solche Regel, dann kann dies unmittelbar zu Abmahnungen führen. Wir haben hierbei bewusst den Plural gewählt, da Sie für ein und dasselbe Vergehen tatsächlich mehrere Abmahnungen von unterschiedlichen Berechtigten erhalten können. Was dies für die Kostenbelastung bedeutet, brauchen wir Ihnen wohl nicht erst zu erklären.

Kommen wir zum nächsten relevanten Rechtsbereich: Dem Urheberrecht. Im Shop verwenden Sie natürlich Texte, Bilder oder auch Videos, um Ihren Besuchern die Vorzüge und Eigenschaften bestimmter Produkte näherzubringen. Handelt es sich hierbei jedoch um fremde Inhalte, die nicht für die Nutzung in einem Online-Shop freigegeben wurden, dann verstoßen Sie wiederum gegen geltendes Recht und können vom Inhaber der Urheberrechte abgemahnt werden.

Der dritte und ebenfalls sehr gefährdete Bereich beschäftigt sich mit irreführender Werbung. Hiervon ist immer dann die Rede, wenn Sie durch falsche Informationen, durch das Weglassen wichtiger Details, durch unbegründete Vergleiche oder durch starke Übertreibungen einen falschen Eindruck von einem Artikel und seinen Eigenschaften vermitteln und den Verbraucher dadurch täuschen. Wie Sie sich sicher vorstellen können, handelt es sich hierbei um einen recht subjektiven Rechtsverstoß. Die Folge sind wiederum sehr kostspielige und nervenaufreibende Abmahnungen, die meist nicht lange auf sich warten lassen.

Wie Sie erkennen können, geht es bei der Strategie zur Vermeidung von Abmahnungen also immer darum, die jeweiligen rechtlichen Regelungen genau zu kennen und in der Folge jedes Fehlverhalten konsequent zu vermeiden.

 

Erste Hilfe im Fall der Fälle: So reagieren Sie richtig auf Abmahnungen

Trotz aller Vorsicht kann es Ihnen dennoch passieren, dass auch Sie einmal Opfer einer Abmahnung werden. In diesem Fall ist es sehr wichtig, möglichst genau zu wissen, wie man sich jetzt optimal verhält. Zwei Regeln sind hier von erheblicher Wichtigkeit. Erstens sollten Sie ruhig bleiben und dem Risiko dabei ganz bewusst ins Auge blicken. Wenn Sie sich nicht mit der Abmahnung beschäftigen oder wenn Sie in Panik geraten, dann verschlimmern Sie die Situation lediglich. Zweitens muss jede Abmahnung mit einem nüchternen Blick genau überprüft werden. Wer hat Ihnen die Abmahnung geschickt? Ist diese Partei überhaupt zur Abmahnung berechtigt? Welcher Sachverhalt wird abgemahnt? Verstößt dieser wirklich gegen geltendes Recht oder gegen die Rechte einer bestimmten Person oder Partei? Dies gilt es genau zu hinterfragen und zu analysieren.

Im Zweifelsfall ist es am besten, wenn Sie sich mit der Abmahnung innerhalb von kurzer Zeit an einen erfahrenen Juristen wenden. Darüber hinaus sollten Sie aber selbst im Vorfeld dafür sorgen, dass Sie möglichst umfassend über Ihre rechtliche Situation, Ihre Pflichten und auch Ihre Rechte und Möglichkeiten informiert sind. Das Online-Magazin INTERNETHANDEL beschäftigt sich in seiner aktuellen Ausgabe (Nr. 163, Mai 2017) mit genau diesem Thema und bietet seinen Lesern eine sehr ausführliche Einführung in die Rechtslage von Shop-Betreibern. Sie lernen hier die verschiedenen Rechte und Pflichten Schritt für Schritt kennen und werden mit allen wichtigen Details vertraut gemacht. Zahlreiche Tipps und Hinweise ergänzen den umfangreichen Beitrag ebenso, wie eine komplexe Checkliste, die Ihnen dabei hilft, Ihren Shop rechtssicher zu gestalten. Sie lernen außerdem, wie Sie sich vor Abmahnungen schützen können und welche Schritte Sie unbedingt einleiten sollten, wenn Sie doch einmal eine Abmahnung erhalten. Werden Sie mit der Unterstützung von INTERNETHANDEL jetzt selbst zum Rechtsexperten in eigener Sache und wenden Sie dadurch erhebliche Risiken ab.
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