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Darknet – Was ist das „dunkle Netz“?

© b2blog.de | veröffentlicht: Mittwoch, 10. Januar 2018

Immer wieder hört man von illegalem Waffen- und Drogenhandel im Darknet. So soll auch der Schütze David S. beim Münchener Amoklauf im Juli 2016 seine Tatwaffe über das Darknet erhalten haben. Doch was ist das eigentlich? Das Wichtigste dazu erläutert dieser Artikel.

Was ist das Darknet?

Das allseits bekannte Internet kann jeder verwenden, indem er seinen Browser öffnet und Google, Facebook und Co. besucht. Das „dunkle Netz“ funktioniert dagegen anders. Es ist eine Art Hinterzimmer, von dem nur wenige Eingeweihte wissen, wie sie hineingelangen.
 
Im Gegensatz zur Internetnutzung existieren dabei keine zentralen Server. Stattdessen schließen sich einzelne Computer zusammen und bilden somit eigene Netzwerke. Das Ziel dabei ist es in erster Linie, anonym zu bleiben. „Normale“ Verbraucher können nicht eindringen oder durch eine Google-Suche dazustoßen. Die fließenden Daten innerhalb des Darknets sind bei der Übertragung außerdem stets verschlüsselt, sodass keine simple Überwachung des Datentransfers möglich ist.
 
Auch im „dunklen“ Internet gibt es soziale Netzwerke, Chats und Online-Händler. Aufgrund der Anonymisierung und erschwerten Überwachung sind Letztere jedoch vorwiegend auf den Verkauf von illegalen Produkten spezialisiert: Waffen, Drogen sowie verbotene pornografische Darstellungen. Dies führt grundsätzlich zu einem schlechten Ruf des Darknets.
 

Wie kommt man ins Darknet?

Es gibt verschiedene Zugänge, die außerdem unterschiedlich kompliziert sind. Zunächst wird eine spezielle Software benötigt, um ins Darknet zu gelangen.
 
Ein Beispiel, wie das „dunkle Netz“ erreichbar ist, stellt der Tor-Browser dar. Dies ist der bekannteste Darknet-Browser. Mit dem sogenannten Onion Routing werden die Verbindungsdaten der Nutzer anonymisiert, indem die Nutzungsanfragen über diverse Server umgeleitet werden. Nach dem Passieren eines Exit-Knotens gelangen die Daten schließlich wieder in das offene Netz, bei dem nun sowohl Sender als auch Empfänger anonym bleiben. Darauf kann man sich jedoch nicht immer verlassen. Oftmals ist die Identität von Nutzern des Tor-Browsers bereits offenbart worden.
 
Des Weiteren bestehen im Darknet sogenannte Hidden Services. Dies sind anonym betriebene Webseiten, welche nicht wie gewöhnliche www-Interntseiten über die IP-Adresse angesteuert werden. Stattdessen bestehen sie aus einer langen Zahlen- und Buchstabenkombination und enden auf .onion.
 

Wer verwendet das Darknet?

Tatsächlich ist die Nutzung des Darknet keineswegs illegal, solange dort nichts Verbotenes getan wird. Erst durch den Handel mit illegalen Waffen oder Drogen machen sich die Verbraucher zu Kriminellen. Dadurch, dass hier auf anonyme Weise Geschäfte abgewickelt werden können und den Nutzern viele weitere technische Möglichkeiten offenstehen, ist es jedoch ein beliebter Ort für unerlaubte Handlungen. Sowohl Kunden als auch Verkäufer können nur schwer gefasst werden und die Bezahlung erfolgt über virtuelle Währungen wie Bitcoin, welche wiederum auf gesonderten Plattformen erworben werden.
 
Doch nicht nur Kriminelle nutzen das Darknet. Die Anonymität kommt ebenso solchen Menschen zugute, die sich vor der Überwachung durch ein autoritäres Regime schützen wollen. Das können zum Beispiel Journalisten oder Whistleblower sein. Ein bekannter Fall hierzu ist der Whistleblower Edward Snowden, der über das Darknet anonym mit Journalisten in Verbindung getreten ist, um Informationen über den amerikanischen Geheimdienst NSA zu veröffentlichen.
 
Letztendlich können aber auch normale Webseiten, wie Facebook, im Darknet mit einer entsprechenden .onion-Endung besucht werden.
 

Was ist der Unterschied zwischen dem Darknet und dem Deep Web?

Wenngleich diese beiden Begriffe häufig synonym verwendet werden, existiert zwischen dem Darknet und dem Deep Web ein grundlegender Unterschied. So können Deep-Web-Seiten weiterhin über den normalen Browser aufgerufen werden, während die Darknet-Seiten, wie bereits erwähnt, eine spezielle Software benötigen.
 
Somit ist der Zugangsweg zwar ein anderer, aber auch für das Deep Web gilt: Man findet es nur, wenn man weiß, wie man dorthin kommt. Daher wird es ebenso für illegale Handlungen verwendet wie das Darknet. Genauso existieren jedoch harmlose Informationsdatenbanken oder ähnliches.
 
Weiterführende Informationen zum Darknet, Bitcoins und ähnlichem erhalten Sie unter https://www.anwalt.org/darknet/.
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