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Recruiting: Die effiziente Beschaffung von Arbeitskräften

© b2blog.de | veröffentlicht: Montag, 20. Juni 2016

Jedes Unternehmen steht mehr oder weniger regelmäßig vor der Aufgabe, neue Arbeitskräfte für das Unternehmen zu gewinnen. Hierbei sind das Recruiting bzw. die Personalbeschaffung zentrales Instrument, um das Unternehmen mit Mitarbeitern zu versorgen. Im Wesentlichen beinhaltet Recruiting die Personalauswahl, die über verschiedene Maßnahmen wie Telefoninterviews, persönliche Interviews, Assessment-Center usw. durchgeführt wird. Je nach Ansatz wird im Recruiting auch die Phase nach der Einstellung, also die interne Nachbetreuung eingeschlossen. In der Regel endet das Recruiting aber mit der Auswahl von Mitarbeitern. Grundlegend unterscheidet man dabei zwischen passivem und aktivem Recruiting:

Methoden des passiven Recruitings

Das passive Recruiting zeichnet sich dadurch aus, dass der Aufwand für das Unternehmen minimiert wird. Die Auswahl neuer Mitarbeiter erfolgt dabei aus einem bereits bestehenden Pool möglicher Kandidaten. Dieser Bestand kann aus unterschiedlichen Quellen stammen:
  • Initiativbewerbungen: Bereits vorhandene Initiativbewerbungen werden ausgewertet, um für die zu besetzende Stelle geeignete Kandidaten zu finden. Dabei ist es empfehlenswert, ein übersichtliches System anzulegen, um im Bedarfsfall schnell auf die passende Bewerbung zurückgreifen zu können.
  • Bewerberdatenbanken: Über bereits vorhandene Bewerberdatenbanken, bspw. der Bundesagentur für Arbeit oder von Personalvermittlungen, können geeignete Kandidaten gefunden werden.
  • Aufbau eines Talentpools: Um die zukünftige Besetzung von Schlüsselstellen im Unternehmen zu sichern, können Recruiter einen Talentpool anlegen. Dieser kann sich beispielsweise aus ehemaligen Mitarbeitern wie Studenten und Praktikanten speisen. Auch abgewiesene Bewerber können aufgenommen werden, denn sie können sich für andere Stellen im Unternehmen eignen. Dennoch sollte die Qualität über die Quantität siegen. Es sollten demnach nur Kandidaten aufgenommen werden, die wirklich Potenzial für eine Anstellung im Unternehmen haben.

Das sogenannte Employer Branding, gewissermaßen die Markenwirkung des Arbeitgebers, vereinfacht das passive Recruiting. Das Unternehmen verfügt dabei dauerhaft über so einen guten Ruf, dass Menschen sich initiativ bewerben, weil sie genau in diesem Unternehmen arbeiten wollen. Bei einem guten Employer Branding sind Bewerber bereit, mehrere Monate zu warten oder den Arbeitsplatz zu wechseln, sobald neuer Personalbedarf besteht.

Instrumente des aktiven Recruitings

Viele Unternehmen können sich nicht darauf verlassen, dass genügend und qualitativ hochwertige Initiativbewerbungen bei ihnen eingehen. Daher sollte die Suche nach neuen Mitarbeitern stets aktiv gestaltet werden. Auf diese Weise können Bewerber gezielt angesprochen und eine Vorauswahl getroffen werden, um einen individuellen, qualitativ hochwertigen Bewerberpool für die Besetzung offener Stellen zu generieren. Die Maßnahmen für aktives Recruiting sind vielfältig und gehen über das Schalten klassischer Stellenanzeigen hinaus. Im Folgenden werden die wichtigsten Werkzeuge kurz erläutert.
  • Angebote in Jobbörsen: Im digitalisierten Zeitalter kommt Annoncen in Printmedien kaum noch eine nennenswerte Bedeutung zu. Daher ist es ein erster Schritt, vakante Stellen in Jobbörsen im Internet zu inserieren. Neben allgemeinen Jobbörsen, wie Stepstone oder Indeed, gibt es zudem branchenspezifische Portale, die gezielt auf bestimmte Berufsgruppen ausgerichtet sein.
  • Social Recruiting: Social Recruiting basiert auf der Tatsache, dass insbesondere junge Bewerber kaum noch über Printmedien erreicht werden können. Daher werden Social-Media-Kanäle und Netzwerke wie Xing und LinkedIN genutzt, um passende Mitarbeiter zu finden. Während anfangs Unternehmen zumeist aus Marketingzwecken auf diesen Plattformen präsent waren, werden diese nun aktiv für das Recruiting genutzt. Stellenausschreibungen können ohne großen Zeit- und Kostenaufwand erstellt und mit einer großen Reichweite verbreitet werden. Des Weiteren können über Social Recruiting geeignete Kandidaten in diesen Netzwerken problemlos und direkt angesprochen werden. Die Möglichkeit der gezielten Eingabe von Suchwörtern bei fast allen beruflichen Netzwerken ermöglicht es den Recruitern, potenzielle Mitarbeiter gezielt und themenspezifisch zu suchen. Auch in sozialen Netzwerken, die nicht auf berufliche Vernetzung ausgelegt sind, kann nach passenden Bewerbern gesucht werden. Auf Facebook, Twitter und Co. können Stellenanzeigen verbreitet und Werbeanzeigen zu offenen Stellen geschaltet werden.
  • Mitarbeiterempfehlungen: Das beste und effektivste Recruitment-Instrument ist bei den meisten Unternehmen bereits intern vorhanden: die Mitarbeiter. Um diese zum indirekten Recruiting zu motivieren, kann ein Bonussystem eingeführt werden, dass auf dem Prinzip Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter fußt. Hierbei werden Angestellte dazu motiviert, in ihrem Umfeld das Unternehmen zu empfehlen. Sollte daraus eine Bewerbung und erfolgreiche Einstellung eines neuen Mitarbeiters resultieren, erhält der Mitarbeiter einen Bonus. Allerdings sollte der Bonus nur eine Zugabe „on top“ sein. Grundsätzlich gilt: Derartige Werbungsprogramme können nur funktionieren, wenn Mitarbeiter bereits zufrieden sind. Daher sollte im Vorfeld genau evaluiert werden, wie hoch die Mitarbeiterzufriedenheit ist. Davon hängt die Wirkung eines möglichen Werbungsprogramms ab. Boni alleine werden Mitarbeiter nur schwer dazu bewegen, das Unternehmen weiterzuempfehlen. Ist ein Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter-Programm initiiert, muss immer Transparenz darüber bestehen, welche Stellen im Unternehmen nicht besetzt sind und wer wen vermittelt hat. Stellenausschreibungen sollten daher im Rahmen des Social Recruiting auf Online-Plattformen verbreitet werden, denn auf diese Weise können Mitarbeiter diese einfach teilen. Darüber hinaus können besonders talentierte Mitarbeiter auch direkt angesprochen werden, ob sie jemanden für vakante Stellen empfehlen können. Mitarbeiterempfehlungen sparen Zeit und Kosten, sind sehr zielgenau und können den Teamgeist im Unternehmen stärken.
  • Personalvermittlungsunternehmen: Ein adäquates Mittel zur Akquise neuer Mitarbeiter ist die Beauftragung eines Personalvermittlers wie serviceline, der etwa Mitarbeiter auf der Arbeitskräfte aus den Bereichen Finanz- Rechnungswesen, Technik- und Ingenieurwesen und dem Office-Management akquiriert.
  • Präsenz bei Karrieremessen: Ein wirkungsvolles Instrument zur Mitarbeiterbeschaffung ist die Präsentation des Unternehmens bei Karrieremessen oder Unternehmenskontaktmessen an Fach- und Hochschulen. Hier können potenzielle Bewerber direkt angesprochen werden. Vorteilhaft ist, dass hier unverbindliche Gespräch geführt werden können, bei denen aber bereits eine Vorauswahl getroffen werden kann.
  • Eigene Recruiting-Veranstaltungen: Neben extern organisierten Karriere- und Kontaktmessen bieten auch eigene Informationsveranstaltungen eine effektive Möglichkeit, potenzielle Bewerber anzusprechen. Dies können zum Beispiel Recruiting-Veranstaltungen bei Bildungsträgern oder ein klassischer „Tag der offenen Tür“ sein. Der Vorteil einer eigenen Recruiting-Veranstaltung ist, dass dabei nur das eigene Unternehmen präsentiert wird und somit intensiver auf einzelne Unternehmensbereiche und Karrieremöglichkeiten eingegangen werden kann.

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